Neujahr

Ungekürzte Lesung mit Florian Lukas
Hörbuch CD
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Nach Unterleuten und Leere Herzen der neue Bestseller von Juli Zeh

Lanzarote am Neujahrsmorgen: Henning will mit dem Fahrrad den Steilaufstieg zum Pass von Fermés bezwingen. Während er gegen Wind und Steigung kämpft, denkt er über sein Leben nach. Eigentlich ist alles in bester Ordnung. Er liebt seine Frau, hat zwei gesunde Kinder und einen passablen Job. Aber Henning geht es schlecht. Familienernährer, Ehemann, Vater – in keiner Rolle findet er sich wieder. Er leidet unter Angstzuständen und Panikattacken, die ihn regelmäßig heimsuchen. Als Henning schließlich den Pass erreicht, trifft ihn die Erkenntnis wie ein Schlag: Er war als Kind schon einmal hier. Damals hat sich etwas Schreckliches zugetragen, das er bis heute verdrängt hat ...

Gelesen von Florian Lukas.

(4 CDs, Laufzeit: 5h 4)


Originalverlag: Luchterhand HC
Hörbuch CD, 4 CDs, Laufzeit: 5h 4min
ISBN: 978-3-8445-2979-1
Erschienen am  10. September 2018
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.
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Leserstimmen

Wenn der Grund für Angstzustände eigentlich nicht auffindbar ist

Von: Eva Fl.

27.11.2019

Mit seiner Familie ist Henning über die Weihnachtstage nach Lanzarote verreist. Er wollte von zuhause weg und ist nun auf der Insel mit dem Fahrrad unterwegs, möchte den Steilaufstieg nach Fermés bezwingen. Dabei kommen ihm, der in seiner Rolle als Ehemann und Familienvater unzufrieden ist, auf einmal Erinnerungen, die lange in ihm geschlummert haben. Von „Neujahr“ hatte ich immer mal wieder etwas gehört, habe es bislang aber nicht gelesen oder gehört. Nun bin ich in der Bücherei über das Hörbuch gestolpert, habe es ausgeliehen und direkt angehört. Gesprochen bzw. gelesen wird dieses Hörbuch von Florian Lukas. Ihn habe ich vor allem durch eine Rolle im Tatortreiniger „kennengelernt“ („Angehörige“) und schon da hat mir seine angenehme Art sehr gut gefallen. Auch beim Hörbuch ist mir das aufgefallen, er hat eine wirklich angenehme Stimme, die gut zur Geschichte passt, er betont an der richtigen Stelle, bringt Bewegung hinein, es passt einfach. Ihm zuzuhören war echt toll. Von der Geschichte her wusste ich nicht genau was mich wirklich erwartet, so dass ich echt gespannt war, was sich hier für Erinnerungen an einen vorherigen Besuch von Henning auf der Insel auftun. Man merkt, wie unzufrieden er generell mit der Situation ist, was auch beim Radfahren gut umgesetzt wurde, vor allem anhand der Schilderungen, wie er fährt, was er dabei tut, etc. Als die Geschichte dann so richtig in die Tiefe geht, ist mir fast der Atem weggeblieben. Ich hatte dann schon eine kleine Ahnung, aber Schilderungen können doch durchaus heftig sein, wenn man sein Kopfkino entsprechend dazu sieht, welches man ja nicht ausschalten kann. Es sind dramatische Situationen und man entwickelt selbst fast eine Wut, die sich später in einer gewissen Weise aber wieder gelegt hat. Es kommt eben auf die Sichtweise und genauere Erläuterungen an. Dennoch war es für mich eine echt heftige Geschichte, ein krasses Drama, das sehr spannend und tiefgründig war, das aber auch aufgezeigt hat, dass manche Situationen besser aufgearbeitet werden sollten und man diese nicht einfach abtun darf. Mir hat die Geschichte von „Neujahr“ gefallen, sie hat mich aber auch absolut sprachlos gemacht teilweise. Sehr spannend, gut verständlich, alles gut beschrieben. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine Empfehlung.

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Frühe Traumata

Von: Travel Without Moving

23.11.2018

Henning, seine Frau Theresa und ihre beiden Kinder verbringen die Weihnachtstage und den Jahreswechsel auf Lanzarote. Henning, der von Panikattacken geplagt wird und der nicht recht zufrieden mit seinem Leben ist, hat sich vorgenommen, mehr Rad zu fahren und macht sich deshalb am Neujahrstag auf den Weg zum Pass von Fermés. Am Pass drängen sich plötzlich lange in Vergessenheit geratene Erinnerungen auf: Henning kennt den Ort, obwohl er sich anfangs nicht explizit daran erinnern kann, doch er reagiert sofort sehr emotional auf das Dorf und die Umgebung. Nach und nach kehren die Erinnerungen an seine frühe Kindheit zurück, und er denkt an die traumatischen Ereignisse, die er bisher verdrängt hat, die aber sein gesamtes Leben geprägt haben. So richtig anfreunden kann ich mich nicht mit Juli Zehs Schreib- und Erzählstil. Am besten fand ich bisher ihren Roman ‚Unterleuten‘, aber auch dieses Buch war mir oft zu schwafelig und stellenweise zu bemüht intellektuell. Wenn ich Zeh lese oder höre, ertappe ich mich immer dabei, dass ich mit meinen Gedanken abschweife, querlese oder weghöre. Und so war das auch bei ‚Neujahr‘, obwohl ich zugeben muss, dass ich den Roman im Verlauf ganz fesselnd fand, lediglich der Einstieg hat es mir nicht gerade leicht gemacht, begeistert zu lauschen und auf die Geschichte gespannt zu sein. Die Beschreibung von Hennings Panikstörung mit den Symptomen, den Gedanken und den Gefühlen, die damit verbunden sind, fand ich durchaus überzeugend. Zeh zeigt hier den Teufelskreis der Angst und wie stark Henning dieser ausgeliefert ist, wie sie sein Leben dominiert. Allerdings empfand ich den Zusammenhang mit den Kindheitserinnerungen ein wenig an den Haaren herbeigezogen, und auch die Auflösung der Geschichte und damit von Hennings Konflikt empfand ich als wenig nachvollziehbar und wenig gelungen. Im Verlauf ist der Roman – wie bereits erwähnt - deutlich spannender, als ich es anfangs erwartet hatte, und er ist stellenweise so unheilschwanger und so packend, dass ich keine Hörpause machen wollte, aber er ist meiner Meinung nach auch extrem überkonstruiert und dadurch wenig realistisch. Florian Lukas liest den Roman angenehm und auf passende Weise. Zwar finde ich seine Stimme wenig markant, doch das fügt sich meines Erachtens sehr gut in den Roman ein, der auch eher unspektakulär und durchschnittlich ist.

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Vita

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts, Promotion. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman »Adler und Engel« (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013), dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015), und dem Bruno-Kreisky-Preis (2017) sowie dem Heinrich-Böll-Preis der Stadt Köln (2019). 2018 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Im selben Jahr wurde sie zur Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg gewählt.

www.juli-zeh.de

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Florian Lukas

Florian Lukas, 1973 geboren, hat seine Karriere am Theater begonnen, sich dann aber bald einen Namen mit Filmrollen gemacht. Nach den Kinoerfolgen Absolute Giganten und St. Pauli Nacht (beide 1998) erhielt er bereits erste Auszeichnungen. Für seine Darstellung in Goodbye, Lenin! (2003) folgten der Deutsche Filmpreis sowie ein Bambi. In dem preisgekrönten Fernsehmehrteiler Weissensee spielt Florian Lukas die Hauptrolle, auch in vielen weiteren Kino- und TV-Produktionen ist er zu sehen. Daneben bestreitet er Lesungen und spricht Hörbücher.

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