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Den Mund voll ungesagter Dinge Roman

Ab 14 Jahren

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eBook (epub) ISBN: 978-3-641-20442-6

Erschienen: 06.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

Weitere Ausgaben: Paperback

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Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.

"Freytag erzählt temporeich mit trickreicher Spannung ... Das Buch ist unprätentiös, unverkrampft."

Yvonne Poppek, Süddeutsche Zeitung (21.03.2017)

Anne Freytag (Autorin)

Anne Freytag, geboren 1982, hat International Management studiert und für eine Werbeagentur gearbeitet, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die Autorin veröffentlichte bereits mehrere Romane für Erwachsene, unter anderem unter ihrem Pseudonym Ally Taylor. Mit ihrem ersten Jugendbuch Mein bester letzter Sommer schrieb sie sich direkt in die Herzen ihrer Leser. Der Roman wurde von Buchhändlern und der Presse gleichermaßen gefeiert und nun auf der Leipziger Buchmesse für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 nominiert. Anne Freytag liebt Musik, Serien sowie die Vorstellung, durch ihre Geschichten tausend und mehr Leben führen zu können.

In diesem Leben wohnt und arbeitet sie derzeit in München – wenn sie nicht gerade in ferne Länder und fremde Städte reist. Manchmal auch nur in Gedanken ...

"Freytag erzählt temporeich mit trickreicher Spannung ... Das Buch ist unprätentiös, unverkrampft."

Yvonne Poppek, Süddeutsche Zeitung (21.03.2017)

„Ermutigt zu Neugier und Klartext.“

Manuela Kalbermatten, Neue Zürcher Zeitung (01.03.2017)

"Gefühlschaos pur!"

Jolie (05.04.2017)

„Anrührende Auseinandersetzung mit einer der verwirrendsten Phasen des Lebens.“

Nido (16.02.2017)

"Sehr authentisch."

Simone Sohn, wdr 1Live (06.03.2017)

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19.10.2017 | Mannheim

Lesung und Gespräch mit den Autorinnen Anne Freytag und Adriana Popescu

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Mehr Infos

Thalia Buchhandlung der Reinhold Gondrom GmbH & Co.KG VST 281
Am Paradeplatz C1 6-7
68159 Mannheim

Tel. 0621/4329080, thalia.mannheim-c1@thalia.de

eBook (epub)

ISBN: 978-3-641-20442-6

€ 11,99 [D] | CHF 14,00* (* empfohlener Verkaufspreis)

Verlag: Heyne fliegt

Erschienen: 06.03.2017

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 Ein Jugendbuch, das unter die Haut geht

Von: Sonja Datum: 23.04.2017

kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/


INHALT:
Sophie steckt mitten in den Abiturvorbereitungen als ihr Vater ihr verkündet, dass er zu seiner Freundin von Hamburg nach München ziehen wird und Sophie mit muss. Die Zweisamkeit von Sophie und ihrem Vater wird durch die neue Stiefmutter plus zwei kleine Söhne und plus Hund Carlos Knall auf Fall zerstört.

Eine neue Schule, neue Mitschüler und überhaupt hat Sophie das alles nicht gewollt. Mit dieser Einstellung kommt Sophie jedoch weder bei den Jungs noch bei dem Nachbarsmädchen Alex weiter.....ein Kuss nach einem Partyspiel wird alles ändern....

FAZIT:
Sophie steckt mitten in der Pubertät und irgendwie läuft alles anders, als gedacht: Sie kann sich nicht an eine Mutter wenden, denn die hat sie nie gewollt. Ihr bester Freund, ist derzeit in Paris und dann kommt der Umzug von Hamburg nach München und die Zweisamkeit von Vater und Tochter wird zu bunten Patchworkfamilie mit Hund.

Das alles führt bei Sophie auf anschauliche Weise zu einer Art Weltuntergangsstimmung. Obwohl die neue Stiefmutter eigentlich alles richtig macht, ihre kleinen neuen Brüder sie lieb haben und sogar der Hund Carlos sie in sein pelziges Herz geschlossen hat, kann Sophie sich nicht einleben.

Als die Nachbarstochter Alex aus dem Urlaub kommt, finden beide nach einigen Zwischenfällen zueinander; mehr als anfänglich gedacht und nun steht die Gefühlswelt richtig Kopf und das bisherige Chaos ist fast nebensächlich, so dass man mit Sophie dank des Schreibstils der Autorin richtig mitfühlen kann.

Das Buch ist aus der Sichtweise von Sophie geschrieben und lässt sich leicht und locker lesen. Ich konnte es nicht aus der Hand legen. Dank des Wochenende hatte ich es an 2 Tagen durch, denn ich musste unbedingt wissen, wie es für Sophie und Alex ausgeht.

Das Buch enthält innerhalb der Handlung eine Art Playlist und den ein oder anderen Song hab ich mir gleich angehört und gespeichert.

Anne Freytag schafft es in diesem Buch meisterlich das Gefühlschaos und die Bedenken von Sophie (und am Ende auch von Alex) darzustellen. Ein Jugendbuch, das unter die Haut geht und dem Leser zusätzlich ein Thema zum Nachdenken gibt. Toleranz bezüglich lesbischer Liebe oder generell Anderssein ist leider nicht jedem gegeben und können die Schulzeit und das spätere Leben durch Mobbing oder auch nur durch schiefe Blicke zur Hölle machen. Volle Punktzahl.

http://kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/2017/04/anne-freytag-den-mund-voll-ungesagter.html

Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Paperback)

Rot ist eine kalte Farbe

Von: Herr Booknerd Datum: 13.07.2017

herrbooknerd.blogspot.de/

Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich diese Rezension schreiben soll. Ich habe mir (sehr viele) Notizen zu dem Buch gemacht. Habe mir die Woche über die Zeit genommen, meine Gedanken und Gefühle zu diesem Buch abkühlen zu lassen, sie zu sortieren und irgendwie in Worte zu fassen. Das Ergebnis davon war, eine Rezension die ich gestern vorbereitet habe und die einfach mal über 3000 Wörter umfasst, und sich auf sechs Word-Seiten verteilt. Viel zu viel. Deswegen habe ich die Rezension wieder gelöscht.
Sie hat nicht auf den Punkt gebracht, was ich eigentlich sagen wollte. Also, doch irgendwie schon, aber es war einfach von allem zu viel. Zu viele Ausführungen, etwa warum ich die Autorin nicht leiden mag. Oder dass es mir unheimlich schwer fällt, zu verstehen, warum so viele Bloggerkollegen, so voll des Lobes für dieses Buch sind, und scheinbar nicht reflektieren, was sie da empfehlen. Es waren zu viele Anmerkungen, die eigentlich keinerlei Relevanz haben. Zu viele kleine Seitenhiebe auf die Autorin, den Verlag usw. Das muss nicht sein.

Deswegen schreibe ich diese Rezension jetzt quasi "live" und direkt und ungefilterte (was wahrscheinlich, nicht unbedingt die beste Idee ist), hier rein. Ich hoffe ihr seht es mir nach, aber ich glaube so funktioniert es für mich einfach am besten. Einige werden sich jetzt sicher einen Rant erhoffen, hab ich ja auch so angekündigt. Die Sache ist die, ich könnte das Buch jetzt zerreißen. Ganz easy sogar. Brauche ich keine fünf Minuten für, dann wäre das Buch durch. Aber das will ich nicht. Nicht um jetzt irgendwie gönnerhaft zu wirken, sondern weil es niemandem etwas bringen wird. Klar, es ist immer ein bisschen unterhaltsamer, wenn man mit Sarkasmus nur so um sich ballert, aber ich möchte, das Leute (und allen voran oben genannte Bloggerkollegen), wirklich verstehen können, warum dieses Buch auf so vielen Ebenen einfach nur problematisch und falsch ist.

Es fängt schon damit an, dass Sophie (die 17-jährige Protagonistin in diesem Roman), eine wirklich unausstehliche Person ist. Und das nicht, weil sie (wie es im Buch geschildert wird), ein negatives, verkopftes und launisches Mädchen ist. Nee, sondern weil sie eine extrem voreingenommene, vorverurteilende, verzogene, präpubertäre Pute ist. Sie steckt Menschen, die sie überhaupt nicht kennt, mit denen sie noch kein Wort (oder nur wenige Worte), gewechselt hat, auf Grund von Äußerlichkeiten in Schubladen und verpasst ihnen irgendwelche Label. Wer macht so was? Jeder hat irgendwelche Vorurteile. Kann man gar nicht leugnen. Aber was Sophie macht, ist einfach nur unfair. Sie gibt niemandem eine Chance, und findet es auch noch okay so. Ob es jetzt Lena ist (die neue Freundin ihres Vaters), oder die Freunde des Nachbarsmädchen Alex (Clemens, Nikals und Jasmin), sie alle werden von Sophie bewertet, kategorisiert und in Schubladen gesteckt. Und das nur, wegen dem wie sie aussehen.

Der nächste Punkt, der es mir schwer gemacht hat Sympathie für Sophie zu empfinden oder sie irgendwie ernst zu nehmen, ist der, dass sie sich andauernd einfach nur selbst widerspricht. Auf der einen Seite, ist die wütend auf ihren Vater, der mit ihr von Hamburg nach München zieht, auf der anderen Seite sagt sie aber selbst, dass sie in Hamburg (nachdem ihr BFF Lukas nach Frankreich gegangen ist), keine Freunde oder sonst was mehr hat. Ja, was denn nu? Wenn in Hamburg doch eh nichts mehr ist, das sie hält warum flippt sie dann so aus? Oder auch die Sache mit ihrem Vater. Sie ist sauer, weil er sie (nachdem sie in München angekommen und bei Lena und ihren beiden Kindern eingezogen sind), ständig alleine ist. Erwähnt dann aber, dass sie in Hamburg ja auch immer alleine war, und es daher gewohnt ist alleine zu sein? Dass ihr Vater ständig seine Versprechen bricht ist eine Sache, ihm aber Vorwürfe zu machen, wegen einer Sache mit der sie sich eigentlich schon längst abgefunden hat, erscheint mir nicht sonderlich schlüssig.

Wo ich ihn gerade erwähnt habe, Lukas, Sophies bester Freund. Sein "Spitzname" für sie ist "Das Flittchen". Weil Sophie mal eine lange Zeit roten Lippenstift getragen hat, und Lukas der Meinung war, dass sie damit aussehe wie, "eine Märchenprinzessin mit wütendem Blick und obszönen Mund"
Fragt mich nicht, wie ein Mund obszön sein kann. Sophie sagt zuvor auch, dass ihre Mutter den Mund einer Hure habe. Kein Ahnung, wie so ein Hurenmund aussehen soll, und worin er sich von normalen Mündern unterscheidet.
Lukas nennt seine beste Freundin aber nicht nur deswegen Flittchen. Sondern auch deswegen, weil Sophie sexuell sehr aktiv ist. Andere mögen das vielleicht irgendwie lustig finden oder sonst was, aber für mich ist es Slut-shaming. Wer jetzt denkt, okay, wenn die Autorin dieses Fass aufmacht, dann wird sie doch sicherlich auf das Thema eingehen, und die Gelegenheit nutzen, ihren Lesern durch diese Sache zu vermitteln, dass es total egal ist mit wie vielen Jungen ein Mädchen schläft. Dass es ihr Körper ist, mit dem sie anstellen kann was sie möchte und dass sie niemand deswegen als Schlampe oder Flittchen zu bezeichnen hat. Ist aber nicht der Fall. Stattdessen wird munter und fröhlich weiter ge-slut-shamed. Sophie, sagt im späteren Verlauf sogar einmal selbst, nachdem sie auf einer Party einen Jungen und Alex (oben genanntes Nachbarsmädchen) geküsst hat, dass sie kein "Schlampenimage" haben möchte. Mal davon abgesehen, dass einen zwei Küsse wohl kaum zu einer Schlampe machen würden, was soll das bitte? Welches Signal oder welche Message soll denn damit, an die (vor allem jungen, weiblichen) Leser gesendet werden?

Kommen wir zum Kern des Buches. Als ich gesehen habe, dass der Roman sich um ein lesbisches Paar drehen würde, war ich sofort begeistert. LGBT-Charaktere, gerade lesbische Mädchen bekommen im YA-Bereich einfach zu wenige Aufmerksamkeit. Und wir brauchen definitiv mehr solcher Geschichten! Also, jetzt nicht Geschichten wie diese hier, aber mit lesbischen, schwulen, bisexuellen oder trans Charakteren.
Ich weiß natürlich nicht, inwiefern und wie intensiv Anne Freytag für dieses Buch recherchiert hat. Das Buch lässt mich vermuten, dass sie sich absolut nicht informiert hat. Mit niemandem gesprochen hat, der etwas derartiges durchlebt hat, oder sich sonst irgendwie mit dem Thema beschäftigt hat. Ich glaube ja, dass sie lediglich den Film "Blau ist eine warme Farbe" gesehen hat (inhaltlich gibt es auch einige sehr offensichtliche Parallelen), und sich dann gedacht hat, okay cool, so was mache ich jetzt. Der Film zeigt ja wie lesbischer Sex funktioniert, mehr muss ich nicht wissen. Und der Verlag ist wohl drauf angesprungen, weil es ja gerade eh ein "Trendthema" ist. Darf ich an dieser Stell kurz erwähnen, wie krass ich es einfach finde, wenn die Sexualität von Millionen von Menschen einfach zum "Trend" erklärt wird, und gar nicht berücksichtigt wird, dass diese Menschen täglich diskriminiert und marginalisiert werden?
Hier sind wir auch schon beim größten Problem des Buches, es geht total am Thema vorbei. Ja, Sophie und Alex sind lesbisch. Bisexuell sind sie nicht, weil ihnen der Sex mit Jungs absolut keinen Spaß bereitet. Und ich würde Frau Freytag jetzt auch einfach mal unterstellen, dass ihr sowohl das Fingerspitzengefühl, als auch die Empathie fehlen um über solche Themen zu schreiben. Man kriegt es zwar nicht so mit, weil der Fokus oft auf Schwulen-, Lesbischen- und Trans-Personen liegt, aber Bisexuelle werden ebenfalls krass diskriminiert. Entweder wird ihnen ihre Existenz abgesprochen, weil man kann ja nur Homo oder Hetero sein. Oder es wird ihnen unterstellt, einfach alles und jeden nageln zu wollen, oder gar keine Ahnung zu haben, was sie eigentlich wollen.

Jedenfalls bleibt das Buch die ganze Zeit über auf der sexuellen Ebene. Sophie und Alex schlafen die ganze Zeit miteinander (was ja total klar geht), aber was sie aneinander finden, bleibt offen. Noch viel wichtiger aber ist der Punkt, dass all diese wichtigen Fragen die man sich als homosexueller Teenager stellt, komplett ausgeklammert werden. Sie werden einfach ignoriert. Aus Erfahrung kann ich euch sagen, das Sex in dieser Zeit eine eher untergeordnete Rolle spielt. Und dass man nicht erst eine Person des eigenen Geschlechts küssen muss (so wie es in dem Buch dargestellt wird), um zu wissen ob man schwul oder lesbisch ist. Das ist einem schon früher bewusst. Sehr viel früher. Aber damit umzugehen, sich einzugestehen dass man es ist, zu realisieren was es für einen selbst und das Umfeld bedeutet, ist das, was einen in dieser Zeit wirklich beschäftigt. Was ist wenn es jemand merkt? Wie kann ich es am besten verheimlichen? Soll ich es jemandem sagen? Wenn ja, wann und wem? Was passiert, wenn meine Eltern mich deswegen verstoßen? Was mache ich, wenn sich meine Freunde deswegen von mir abwenden? In diesem Buch wird sich einfach nicht damit befasst. Es wird einfach nicht erwähnt, dass der Weg zum Coming-Out mit Selbstzweifeln, Selbsthass, Selbstverleugnung und Angst gepflastert ist. Es wird nicht geschildert, wie unfassbar schwer es ist, sich zu öffnen, zu diesem kleinen Teil zu stehen der zu einem gehört. Wie schwer es ist, offen schwul oder lesbisch zu leben, weil man im Alltag ständig damit konfrontiert wird, dass es nicht normal ist, dass man diskriminiert, marginalisiert und generell angefeindet wird.

Wüsste Anne Freytag, hätte sie sich ernsthaft dem Thema genähert. Aber lieber darüber schreiben, dass die beiden Mädels sich durch halb München vögeln, das wirkt dann sicher für viele realistischer und man ist so super progressive, wenn man über gleichgeschlechtlichen Sex schreibt.

Dann ist da noch die Sache mit dem Fremdgehen. Ich weiß nicht woher dieser Trend kommt, aber was zur Hölle soll das einfach? Seit wann ist denn in Ordnung, jemanden zu betrügen? Und kann man nicht, wenn man als Autor/in dagegen ist, das auch so in das Buch reinschreiben? Dass es eben nicht okay ist? Warum rechtfertigt man betrügen damit, dass die beiden ja verliebt sind und hach, es ist doch so schön wenn sie endlich zusammen sein können. Fun fact, sie könnten die eine Sache auch erst beenden und dann zusammen sein. Der Mindfuck an der Sache in diesem Buch ist aber, dass Alex darunter leidet dass ihr Vater ihre Mutter mit einer jüngeren Frau betrügt, und die Familie deswegen verlassen will. Und nicht nur das, Niklas einer ihrer Freunde, betrügt seine Freundin Jasmin am laufenden Band. Alex ist also von Menschen umgeben, die ohne Ende cheaten und stört sich nur bei ihrem Vater daran, macht dann aber genau das, was ihr Vater macht? Wie soll man das ernst nehmen? Wie soll ich Alex wegen ihrer Familienverhältnisse bedauern, wenn sie das gleiche Arschlochtum an den Tag legt, wie ihr Vater?

Als letzten Punkt, möchte ich noch über den Sex in diesem Buch sprechen. Ich bin total dafür, dass Autoren in Jugendbüchern Sex thematisieren und zu einem Bestandteil machen. Jugendliche haben nun mal eben Sex, ob es den Erwachsenen passt oder nicht. Und vor allem gleichgeschlechtlicher Sex, sollte viel öfter dargestellt werden. Jetzt nicht in diesen hirnverbrannten, PWP-Gay Romance Trashbüchern. Aber sonst so. Was ich in diesem Buch aber problematisch finde, ist einfach die Art und Weise wie Sex hier instrumentalisiert wird. Sophie hat keinen Spaß am Sex mit Jungs, an sich total okay. Wenn sie merkt, dass es sie nicht kickt, gut für sie. In dem Buch sagt Sophie, dass sie aber trotzdem immer und immer wieder (besoffen) mit Jungs gebumst hat, einfach weil sie in ihrem Kopf ein paar Fantasien hatte, die sich nicht in der Realität bestätigt haben. Und zwar deswegen nicht, weil beim Sex zwischen Mann und Frau, ja sowieso nur der Penis des Mannes im Vordergrund steht, Jungs per se ja ehe kein Plan haben, was sie da eigentlich machen, und Mädchen den Mund beim Sex natürlich nur öffnen können, wenns um Blowjobs geht. Aber sagen, was einem gefällt, was einem Spaß macht oder so geht ja nicht. Lieber regungslos auf dem Rücken liegen, und es über sich ergehen lassen, so wie Sophie (und auch Alex) in diesem Buch. Problematisch daran ist aber, dass es im Kern so wirkt, als wären Sophie und Alex deswegen lesbisch, weil Jungs es ihnen ja eh nicht richtig besorgen könnten, und das ist einfach so dumm und falsch, da ist mir bei der Lektüre echt die Luft weggeblieben. Der Umkehrschluss dessen wäre nämlich, dieses dumm aber immer wieder herangezogene Klischee, dass Lesben ja nur lesbisch seien, weil sie noch nicht den richtigen Mann hatten. Dass sie ja nur mal von dem passenden Mann richtige gebumst werden müssen, um wieder "normal" zu werden.

Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen, dass Anne Freytag schreiben kann. Ist einfach so, kann man ihr nicht absprechen. Es gab auch durchaus Stellen in diesem Buch, die ich vom Stil her echt gut fand. Aber der Schreibstil ist nur die halbe Miete. Wenn der Rest, wie in diesem Fall, einfach nur problematischer Bullshit ist, dann hilft einem eine tolle Schreibe auch nicht weiter.
Meine vorherrschenden Gefühle im Moment sind Angst und Wut. Wütend bin ich deswegen, dass der Verlag und auch die Autorin sich ihrer Verantwortung anscheinend überhaupt nicht bewusst sind. Oder dass es ihnen egal ist, wie dieses Buch vielleicht bei Leute ankommt, die sich in einer ähnlichen Situation wie Sophie befinden. Und Angst habe ich davor, dass ein junges Mädchen (das in dieser ganz besonderen Selbstfindungsphase ist, die heterosexuelle Menschen zum Glück nicht durchleben müssen), in die Buchhandlung geht um vielleicht dort ein paar Antworten zu finden. Oder ein paar aufmunternde, trostspenden Worte. Das zu diesem Buch greift, weil es denkt, es ginge um sie. Das dieses Buch liest und keine Antworten, keinen Trost, keine Bestärkung findet. Sondern das Gegenteil. Und so was, sollte eigentlich nicht sein.














Folgende Rezensionen beziehen sich auf eine andere Ausgabe (Paperback)

Von: aus Bad Lobenstein Datum: 10.03.2017

Buchhandlung: Buchhandlung am Markt

Ein wunderschöner Roman für Jugendliche – aber auch für erwachsene, den man unbedingt weiterempfehlen muss.

Von: Nicole Gnewuch aus Bochum Datum: 26.01.2017

Buchhandlung: Mayersche Buchhandlung KG

Anne Freytag schreibt Geschichten, wie das Leben sie nicht authentischer zeichnen könnte. So voller Leben, Gefühl, Liebe und Schmerz. Ihre Geschichte ist wie eine Achterbahnfahrt und lässt einen vollkommen verändert zurück. Für mich ein sehr berührendes Buch zu einem Thema, über das noch immer nicht vollkommen offen gesprochen wird. Großartig und mitreißend, rundum herzerweichend erzählt!

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