Über die Kunst, ein Gentleman zu sein

Briefe an seinen Sohn

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Separates the men from the boys

Dieses Buch ist ein Einspruch gegen die überhandnehmende Verpöbelung der Welt. Die Prinzipien des Earl of Chesterfield, ein Herr habe auf Anstand, Stil, Höflichkeit zu achten, sind zeitlos, ja gerade im 21. Jahrhundert höchst beachtenswert. Bei ihm erfährt «Mann», was es braucht, um im Gespräch bella figura zu machen, welche Charakterzüge unerlässlich sind, um als Gentleman zu gelten, und nicht zuletzt, wie man sich die Achtung der Frauen erwirbt. All das weiß der Autor aus eigener Praxis und lässt jene an diesem Wissen teilhaben, die Sinn für Takt und Bonhomie haben. Das neu übersetzte Brevier ist ein Muss für Söhne, Brüder, Ehegatten und alle Männer, die ernsthaft an sich arbeiten.

»In der Manesse-Auswahl, die Gisbert Haefs mit angemessener Präzision und Eleganz übersetzt hat, kommt diese Konstellation (wie, naturgemäss, manches andere) etwas zu kurz. Trotzdem ist ein reichhaltiger, leserfreundlicher Band entstanden.«


Aus dem Englischen von Gisbert Haefs
Originaltitel: Letters to his Son
Mit Nachwort von Eva Gesine Baur
Hardcover mit Schutzumschlag, 320 Seiten, 9,0 x 15,0 cm
ISBN: 978-3-7175-2484-7
Erschienen am  30. September 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

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Leserstimmen

Briefe an den Sohn

Von: Frau Lehmann

04.11.2019

Das Besondere am Manesse Verlag ist die Liebe zu den weniger bekannten Klassikern. So erscheint dort eben nicht nur der x-te Jane Austen-Band, sondern zum Beispiel das japanische Kopfkissenbuch der Hofdame Sei Shonagon oder auch ausgewählte Briefe des Earl of Chesterfield an seinen Sohn. Mit seinen Briefen gedachte der Earl seinen Sohn zu einem Gentleman und Staatsmann nach eigenem Vorbilde zu erziehen. Von 1739 bis 1768 schrieb er fast vierhundert dieser Briefe, an den Fünfjährigen ebenso wie an den über Dreißigjährigen. Es geht um Fragen der Moral, des Benehmens, der Bildung, der Religion, der Politik, schlicht um das gesamte Wissen, das einen Mann von Stand zu dieser Zeit auszeichnete. Der Earl scheiterte grandios. Der Sohn, auf den er nicht gelinden Druck ausübte, war unehelich, während die offizielle Ehe kinderlos blieb. Alle Mühen der Erziehung, die Hauslehrer, die Reisen, die ausgewählten Kontakte blieben nutzlos, der Sohn wurde weder zum Gentleman, noch entwickelte er nennenswerte Manieren. Zu guter Letzt starb er jung noch vor dem Vater und hinterließ als Überraschung eine Ehefrau und Kinder in Frankreich. "Mein Ziel ist es, Dich für das Leben tauglich zu sehen; solltest Du dies nicht sein, habe ich nicht den Wunsch, dass Du überhaupt lebst. Meine Zuneigung zu Dir ist - und wird es immer nur sein- proportional zu Deinen Verdiensten; dies ist die einzige Zuneigung, die ein rationales Wesen für ein anderes empfinden sollte." Unter diesen Umständen zu einem charmanten Mann von Welt heranzuwachsen, dürfte ein schwieriges Unterfangen sein. Warum sollte man diesem gescheiterten Erziehungsprojekt also weiterhin Aufmerksamkeit schenken? Weil es darin eben hauptsächlich um die Ausbildung eines angenehmen (gentle) Wesens geht. Und das ist in der heutigen Zeit genauso von Vorteil wie damals. Es geht darum, seine Arbeit konzentriert zu erledigen, darum, in Gesellschaft eher zuzuhören als sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, es geht um Höflichkeit, um Anstand, um Strebsamkeit und Disziplin. Man kann die Briefe nicht eins zu eins auf unsere heutigen Lebensumstände übertragen, man kann aber sehr wohl Anregungen aus ihnen ziehen, sogar im Umgang mit den sozialen Medien: "Aber dies will ich Dir raten: niemals ganze Gruppen gleich welcher Art anzugreifen, denn abgesehen davon, dass sämtliche allgemeinen Regeln ihre Ausnahmen haben, machst Du Dir ohne Not eine große Menge Feinde, indem Du ein Corps insgesamt attackierst." Natürlich sind die Briefe im Geiste ihrer Zeit zu lesen, so macht es z.B. wenig Sinn, dem Earl Frauenfeindlichkeit vorzuwerfen, er spiegelt lediglich die Ansichten seiner Zeit. Aber seine Anregungen kann man geschlechterunspezifisch umsetzen: selbständig denken, nicht ungeprüft andererleuts Meinung übernehmen, Menschen nicht unnötig verbal verletzen und über unbedeutende Eigentümlichkeiten hinwegsehen, aber wenn nötig auch für die eigene Meinung einstehen. Ein solches Benehmen würde auch heutige Konversationen häufig vereinfachen. Und es spricht nun wahrlich nichts dagegen, sich als von angenehmem Wesen zu erweisen, oder?

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Vita

Earl of Chesterfield

Philip Dormer Stanhope, 4. Earl of Chesterfield (1694–1783), Mitglied des House of Commons und des House of Lords, Botschafter der britischen Krone und Träger des Hosenbandordens, war in jeder Hinsicht ein Mann von Welt. Dank seiner brieflichen Ratschläge an seinen Sohn wurde er zu dem Gewährsmann in Fragen der Erziehung, Herzensbildung und des guten Geschmacks.

Zur AUTORENSEITE

Gisbert Haefs, 1950 in Wachtendonk am Niederrhein geboren, lebt und schreibt in Bonn. Als Übersetzer und Herausgeber ist er unter anderem für die neuen Werkausgaben von Rudyard Kipling, Jorge Luis Borges und zuletzt Bob Dylan zuständig. Für Manesse hat er Thackeray, Ambrose Bierce und Jerome K. Jerome ins Deutsche gebracht.

zum Übersetzer

Eva Gesine Baur

Eva Gesine Baur (*1960) studierte in München Kunstgeschichte, Literaturwissenschaften, Musikwissenschaft und Gesang. Ihre Sachbiografien über Chopin, Schikaneder, Mozart oder Marlene Dietrich fanden ebenso großes Echo wie ihre zahlreichen, unter Pseudonym verfassten Romane. 2016 erhielt sie den Schwabinger Kulturpreis und 2018 den Bodensee-Literaturpreis für ihr Gesamtwerk, das sie als profunde Kennerin der Weltliteratur ausweist.

Pressestimmen

»Ein Mann von Welt erklärt seinem Sohn, wie dieser zu einer echten Persönlichkeit heranreifen kann. ... Über Moral, Anstand, guten Geschmack und innere Haltung. Antiquiert formuliert, gültiger denn je.«

PLAYBOY, Günter Keil (01. Dezember 2019)

»Ein wahrer Glücksfall. Denn es ist kaum möglich, dass man als Leser unter Verwendung einer schöneren Sprache zu einem Gentleman erzogen wird.«

Tag des Herrn (Sonntagszeitung), Vinzent Antal (01. Dezember 2019)