Hardcover
24,00 [D] inkl. MwSt.
24,70 [A] | CHF 33,90 * (* empf. VK-Preis)

Bestellen Sie mit einem Klick:

Oder kaufen Sie direkt vor Ort bei Ihrem Buchhändler

Nie war er lesbarer: ein Großklassiker der literarischen Moderne – neu übersetzt von Friedhelm Rathjen

Das Augenmerk dieses legendären Klassikers gilt nicht den Lichtgestalten, sondern den Stiefkindern des Glücks – den Sündern und Lügnern, den Bedrückten, Säufern und Schmarotzern. Wie der «Ulysses» lebt auch Joyce‘ Erstling «Dubliner» von der faszinierenden Atmosphäre seiner Vaterstadt. In fünfzehn Storys schildert der Autor darin das Alltagsleben einfacher Leute. Das Bahnbrechende daran: die nackte Realität wird von ihm weder beschönigt noch diffamiert. Um große Literatur zu schaffen, braucht Joyce keine spektakulären Schicksale. In der Welt der kleinen Leute findet er den Reiz ungeschminkter Wahrheiten und den Stoff, aus dem die wahren Dramen des menschlichen Daseins sind.

»Es gibt keinen einfacheren Zugang zu seinem Werk als seine ›Dubliner‹.«

BÜCHER magazin, Heiko Kammerhoff (01. Oktober 2019)

Aus dem Englischen von Friedhelm Rathjen
Originaltitel: Dubliners
Mit Nachwort von Ijoma Mangold
Hardcover mit Schutzumschlag, 448 Seiten, 9,0 x 15,0 cm
ISBN: 978-3-7175-2472-4
Erschienen am  30. September 2019
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Buchtipps für deine Ferien
pin
Nimm dieses Buch mit in den Urlaub!
Dieses Buch spielt in: Dublin, Irland

Leserstimmen

Der perfekte Einstieg in die Welt von James Joyce

Von: Belle Novelle

04.11.2019

Vor mittlerweile vier Jahren saß ich in meiner ersten Komparatistik Vorlesung und lauschte dem Dozenten, der in höchsten Tönen und mit einer mitreißenden Euphorie über die Epoche der Avantgarde sprach. Der Anfang des 20. Jahrhunderts war mir durchaus, durch vereinzelte Texte, bekannt – ich denke an Joseph Roth und Franz Kafka –, doch die Spannbreite, die die Avantgarde mit ihren Ismen bereithält, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Von Vorlesung zu Vorlesung wurde ich immer nervöser, da sich vor mir eine neue Welt eröffnete, die mich begeisterte. Ich wollte mehr zum Futurismus, Dadaismus und Expressionismus wissen. Für was zeichnen sich die Impressionisten oder Naturalisten aus? Der Name James Joyce fiel häufig und sein Werk „Ulysses“ wurde dabei immer wieder genannt. Als ich den Text jedoch in den Händen hielt, bemerkte ich schnell, dass er nichts für Anfänger ist – ich musste ihn daher beiseite legen. All die Jahre war James Joyce für mich ein Mysterium, doch mit „Dubliner“ gewann ich endlich ein eigenes Bild von ihm. In „Dubliner“ erhält der Leser Einblick in fünfzehn Leben. Der Lebensmittelpunkt der Protagonisten liegt im Herzen Dublins, mit all seinen dunklen Seiten. Man lernt träumende junge Menschen kennen, Säufer, gescheiterte Künstler, die vergeblich dem Durchbruch nacheifern und Lügner, die sich einzig für das eigene Wohl interessieren. Alle schlechten Charaktere werden dargestellt und doch hat man als Leser nie das Gefühl, dass die Menschen für die Sünden aufkommen müssen, da alles Übel der Stadt verschuldet ist. Eine Stadt, die ruhig und unschuldig ihre Wege für die Menschen bereithält, doch als Gegenleistung das Glück einfordert und dem Menschen nur noch das Unglück überlässt. Sie zieht ihn immer tiefer in ein Labyrinth, schickt ihn zu den Irrwegen und lässt niemanden dabei entkommen. Dublin beraubt den Menschen und gewehrt ihm eine einzige positive Charaktereigenschaft: Das Hoffen. „Dublin ist so eine kleine Stadt: Jeder weiß über jeden Bescheid.“ (S. 109) Auch der Leser weiß nach Beendigung des Buches über jeden Bescheid und doch wieder nicht. Er empfindet Sympathie für die Protagonisten und doch wieder nicht. Man hat gespaltene Gefühle und doch wieder nicht, weil man etwas ganz genau weiß: „Dubliner“ ist ein grandioses Buch, das durch seine Einfachheit der Geschichten überzeugt, durch die normalen Menschen, durch das unaufgeregte – doch manchmal wirre – Leben in einer Stadt. „Dubliner“ ist der perfekte Einstieg in die Welt von James Joyce und außerdem in das Universum der Avantgarde.

Lesen Sie weiter
Alle anzeigen

Vita

James Joyce

James Joyce (1882–1941) gilt als Zentralgestalt der europäischen Avantgarde. Kaum ein Autor hat stärker auf das 20. Jahrhundert eingewirkt als der irische Sprachmagier, der nicht nur das Spiel mit Lautmalereien beherrschte, sondern auch den modernen Realismus zur Perfektion führte. In seinem Buch «Dubliner», begonnen 1904 in Paris, fertiggestellt 1907 in Triest, erstmals erschienen 1914 in London, hat er seiner Vaterstadt ein famoses weltliterarisches Denkmal gesetzt.

Zur AUTORENSEITE

Friedhelm Rathjen

Friedhelm Rathjen, Jahrgang 1958, ist ausgewiesener Joyce-Kenner und einer der profiliertesten deutschen Übersetzer (Herman Melville, Mark Twain, Robert Louis Stevenson u.a.); seine 2004 erschienene Joyce-Monografie gilt als Standardwerk. 2013 erhielt er den Paul-Celan-Preis für sein Gesamtwerk und insbesondere für die Übersetzung von James Joyce' "Porträt des Künstlers als junger Mann" (Manesse Verlag).

zum Übersetzer

Ijoma Mangold

Ijoma Mangold, geboren 1971 in Heidelberg, studierte Literaturwissenschaft und Philosophie in München und Bologna. Er war viele Jahre Literaturchef der «Zeit», wo er inzwischen als Kulturpolitischer Korrespondent tätig ist.

Pressestimmen

»In der ausführlich kommentierten Übersetzung von Friedhelm Rathjen kommt es einem vor wie eine Neuerscheinung auf der letzten Buchmesse.«

Weitere Bücher des Autors